Windpark Verenafohren, die Fakten
Im Interview mit  dem Südkurier vom 3. September 2016 beschuldigt Bürgermeister Schreier Herrn Bihler vom Forum Hegau Bodensee, nur seinem persönlichen Bedürfnis nach Provokation und öffentlicher Darstellung nachzukommen. Herr Schreier sagt, dass viele seiner Gesprächspartner  nicht verstehen , warum erst jetzt nachdem das Projekt über viele Monate, ja mehrere Jahre öffentlich diskutiert und schließlich einhellig unterstützt wurde Widerspruch aufkommt.

Wir weisen beide Aussagen vehement zurück, weil wir Herrn Markus Bihler als engagierten, natur- und heimatliebenden Hegauer kennen und schätzen gelernt haben. Er setzt sich unneigennützig für den Erhalt der Landschaft ein.

Dass der Protest gegen Verenafohren erst jetzt aufkomme, stimmt nicht. Schon im April 2016 berichtete der Südkurier dass Windkraft-gegner aus vier Bürger-Initiativen ihre Argumente gegen Windräder im Hegau verbreiten. Im Oktober 2015 wiesen wir bezüglich den Chroobach-Plänen Bürgermeister der Region auf die Risiken hin.
Als verantwortungsvoller Bürgermeister müsste sich Herr Schreier nicht nur pro Windkraft, sondern auch Contra informieren. Dazu sind seit Jahren inhaltlich nachprüfbare Web-Seiten wie Vernunftkraft.de vorhanden.

Zudem würde das Verwaltungsgericht sicherlich nicht ein Eilverfahren schützen, welches einzig und allein auf Provokation und öffentlicher Darstellung beruht.
Nur Zuwegung und Rangier-Flächen?
Herr Schreier, wie ist der aktuelle Stand beim Windpark Verenafohren?

In den letzten Wochen wurde die Zuwegung sowie Rangier- und Lagerflächen angelegt. Schon Anfang des Jahres haben die Rodungen im Wald stattgefunden.

Damit definiert BM Schreier  kreisrunde Fundamentvorbereitungen für die Windkraft-Türme und Kabel-Verlegungen zu Zuwegung, Rangier- und Lagerflächen. Die Bilder zeigen, dass diese Umdeutung kaum  den Tatsachen entspricht.
Fundament
Kabelverlegung
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Warum ist der Windpark für die Stadt Tengen wichtig?
Der Windpark Verenafohren ist die größte Investition der letzten Jahrzehnte in Tengen. Dies ist nicht nur ökologisch sinnvoll, weil bilanziell Strom für bis zu 20 000 Personen produziert wird, sondern auch wirtschaftlich vernünftig für die Stadt Tengen: Denn wir partizipieren über Pachteinnahmen und Gewerbesteuer am wirtschaftlichen Ertrag.

Diese Aussage enthält folgende Falschinformationen:

Strom wird nicht für bis zu 20.000 Personen produziert, sondern für 15900 Personen
Die vom Landratsamt Konstanz bewilligten Anlagen werden von der Bundesnetzagentur im Anlagenregister  veröffentlicht. Die für Verenafohren im Anlagenregister enthaltenen  Angaben sind hier publiziert.
Sie zeigen, dass die IG Hegauwind von einer 5-Jahres Ertragsschätzung für alle 3 Anlagen von 121,890.000 KWh bei einer mittleren Windgeschwindigkeit von 5,7 m/s ausgeht.
Unter Annahme eines 3-Personen-Haushalts, der laut "Energiewende, die Stromsparinitiative" 4600 kwh  verbraucht, würden  also nicht 20. 000, sondern 15.900 Personen versorgt.  (121.890.000 durch 5 Jahre durch 4600 kwh für den 3 Personenhaushalt, mal 3 Personen).

Strom wird zeitweise aber für NULL Personen produziert
Bei Windstille wird 0 KwH produziert. Und diese Situation kommt immer wieder mal vor. Beispiele dazu können hier und hier (Seite 17 des Johannisberger Appell) nachgelesen/angeschaut werden. Eine Glättung findet nicht statt, siehe:

         Nur 4 Anlagen im Zusammenspiel ergeben schon einen relativ ausgeglichenen Jahresverlauf
         Quelle: www.solarcomplex.de
         Diese Aussage ist falsch. Strom wird nicht wie in der Folie (Energiemix im Jahresverlauf)  gezeigt,  im
         Monatsrythmus ins Netz eingespeist, sondern  jede Sekunde. Die Tatsache, dass Wind- und
         Sonnenflatterstrom die Stromwende nie sichern können, kann hier nachgeprüft werden

Nicht Ökologisch sinnvoll sondern Ökologischer Unsinn 1.
Laut Bundesnetzagentur wurden im Jahr 2014 1.221.500.000 KWh Windstrom abgeregelt, weil zeitweilig zu viel Strom produziert wurde. Das ist fast doppelt so viel, wie die 462 in ganz Baden-Württemberg im Jahr 2013 bestehenden Windkraftanlagen mit 659.359.854 KwH produzierten.
Windkraftanlagen machen nur Sinn, wenn Strom in genügendem Ausmaß gespeichert werden kann. Umsetzbare und bezahlbare Technik dafür fehlt bis heute.

Nicht Ökologisch sinnvoll sondern Ökologischer Unsinn 2.
Wenn modernste Rhein-Wasser-Kraftwerke zu Gunsten der Windkraft gedrosselt werden müssen, und jedes zusätzlich gebaute Windrad diese Drosselung regenerativer, erneuerbarer und  grundlastfähiger Wasserkraft verstärkt, muss nicht nur von Ökologischem Unsinn, sondern von unnötiger und mutwilliger  Naturzerstörung, einhergehend mit der Zerstörung von Waldflächen und damit die Zerstörung  unschätzbaren CO2-Senken gesprochen werden.

Nicht wirtschaftlich vernünftig, sondern sozial unverantwortlich und wirtschaftlich riskant.
Der Windkraft-Boom und das Interesse der Windkraft-Hersteller, Vermarkter und Investoren fusst einzig und allein auf der Tatsache, dass die im EEG geregelten Einspeisevergütung für 20 Jahre garantiert sind. Nach EEG 2017 werden bis zu 9.03 Cent pro Kwh bei einem Referenzertrag von 60% geboten. Der Verbraucher, der weder ein PV-Fähiges Dach, noch Grund besitzt, zahlt die Zeche im Umfang von 25 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist sozial bedenklich, weil gemäß dem Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur, Seite 192/193  6,3 Mio. Sperrandrohungen ausgesprochen wurden und davon effektiv 351.802 Unterbrechungen von Haushaltskunden vollzogen wurden.

Die erste und wichtigste Verantwortung der Stadt Tengen, des Bürgermeisters und der Räte ist nicht, ein möglichst grosses Investitionsprojekt durchzuziehen, Pachteinnahmen und Gewerbesteuer zu  generieren, sondern den Bürgern Tengens zu dienen. Mit der Befürwortung des Windkraftprojekts wird aber einzig und allein eine finanzielle Umverteilung von den wenig Besitzenden  zu den Profiteuren der Windkraft vollzogen. Die Stadt Tengen partipiziert also nicht am wirtschaftlichen Ertrag des Windkraftprojekts, sondern will einzig und allein am vom Bürger/Sromkonsumenten  bezahlten Windkraft-Subventionstopf profitieren.

Wirtschaftlich riskant
ist Verenafohren für alle Investoren und Betreiber, weil die uns verfügbaren Zahlen auf noch nicht geklärte Risiken und mögliche Betriebs-Verluste hinweisen:
Nachfolgend korrigieren wir die offensichtlichen Falsch-Aussagen von Herrn Schreier in obigem Interview und zeigen auf, wie sich leider auch die die Kommunalpolitik von Windkraft-Lobby, interessierten Investoren und der  Stuttgarter Politik vollständig unkritisch beeinflussen lassen.
Windgeschwindigkeiten und Ertrag unsicher.
Herr Werner Adrion sagt für Vereneafohren Windhöffigkeits-Werte von 4,37 m/s voraus. Er rechnet diese Werte aus langjährigen Daten der Windstation Bargen und vergleicht die Gültigkeit dieser niedrigen Werte mit den effektiven Werten der bestehenden Anlagen in Fürstenberg Länge (991 m NN) und Lenzkirch Olpenütte (1167 m NN), welche in Hauptwindrichtung stehen und  aus langjährigen Betriebsjahren eine durchschn. Windgeschwindigkeit, hochgerechnet auf 136 m : 4,9 m/s, bzw. 5,0 m/s ausweisen. Die Berechnung dieser Daten kann hier nachvollzogen werden.

Die Ungereimtheiten der Windmessungen werden hier klar dargestellt.


Referenz-Ertrag
Solarcomplex rechnet laut Anlagenregister mit Winden von 5,7 m/s und einem Referenzertrag von 59%, 60% unbd 66%. Bei Winden von 4.37 m/s reduziert sich der Referenzertrag auf 36 bis 40%.
Ein wirtschaftlicher Betrieb von Windenergieanlagen ist unter den Vergütungsbedingungen des EEG vor allem an Standorten möglich, an denen ein Ertrag von 80 % bis 120 % des Referenzertrages erzielt wird. Bei 60 % des Referenzertrages und weniger verzinst sich das eingesetzte Eigenkapital in der Regel nicht.

Diese Deutsche Windguard Untersuchung ergab für die Anlagenklasse 2-2,9 MW, dass an einem 60% Standort keine positive Verzinsung des Eigenkapitals erreicht werden kann und somit
keine Wirtschaftlilchkeit gegeben ist. Trotzdem reklamiert Hegauwind, dass Windguard die Wirtschaftlichkeit für Verenafohren bestätigt habe.

Netzeinspeisung und Einspeisevergütung
Das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen AG ist Netzbetreiber für alle 3 Anlagen. Nur eine Anlage wird in Wiechs am Randen eingespeist, die anderen werden direkt ins Schweizer Stromnetz eingespeist. Nur mit dem Trick, auf deutschem Boden, am Standort der dritten Windkraftanlage eine Übergabestation mit Messtechnik zu installieren, liegt der Netzverknüpfungspunkt auf deutschem Boden und der erzeugte Strom wird nach deutschem EEG vergütet.
Wir bezweifeln, dass diese "Lösung" längerfristig Bestand haben wird, weil wir uns nicht vorstellen können, dass die deutsche Einspeisevergütung für Strom an einen schweizerischen Netzbetreiber bezahlt wird, welcher direkt von der "Übergabestaton" ins schweizerische Stromnetz gespiesen wird.

Rückbauverpflichtung
§ 35 Abs. 5 Satz 2 BauGB verlangt die nach den Absätzen 1 bis 4 zulässigen Vorhaben sind in einer flächensparenden, die Bodenversiegelung auf das notwendige Maß begrenzenden und den Außenbereich schonenden Weise auszuführen. Für Vorhaben nach Absatz 1 Nr. 2 bis 6 ist als weitere Zulässigkeitsvoraussetzung eine Verpflichtungserklärung abzugeben, das Vorhaben nach dauerhafter Aufgabe der zulässigen Nutzung zurückzubauen und Bodenversiegelungen zu beseitigen; bei einer nach Absatz 1 Nr. 2 bis 6 zulässigen Nutzungsänderung ist die Rückbauverpflichtung zu übernehmen.
Frage: Wer schafft bei offensichtlich fehlender Wirtschaftlichkeit die Reserven für den Rückbau?

Aufhebung des Tötungsverbotes nach §44 Bundesnaturschutzgesetz
Die EnBW musste für den Windpark Adelberg einen Antrag auf artenschutzrechtlliche Ausnahme gem. § 45, Abs.7S, Nr. 5 BNatSchG wegen Rotmilanvorkommen stellen.
Die Rotmilan-Vorkommen sind gemäss den LUBW-Karten in Verenafohren gleich dicht wie in Adelberg.
Frage: Wieso muss die IG-Hegauwind keinen gleichen Antrag stellen?
Wir hoffen, dass unsere Publikation der Fakten die Mitglieder der IG-Hegauwind veranlasst, Ihr Engagement nochmals zu überdenken und damit die absehbaren Verluste auf die bisher aufgelaufenen Planungskosten und den Rückbau der bis  heute vorgenommenen Bauarbeiten, sowie die Wideraufforstung zu begrenzen.











0hne faire Information keine faire Diskussion / Südkurier Leserbrief und Mail an IG-Hegauwind-Mitglieder
Wir setzen uns für direkte und transparente, nachprüfbare Information aller betroffenen und interessierten Kreise ein. Deshalb haben wir einen Leserbrief an den Südkurier verfasst und weil dieser nicht veröffentlicht wurde, die Mitglieder der IG-Hegauwind per Mail direkt angesprochen. (Link zum Leserbrief und zur Mail)
Südkurier, 22. September 2016
Grüne Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger greift Windrad-Gegner im Hegau scharf an, wir antworten mit einem offenen Brief.
Südkurier, 17. November 2016
Windpark Verenafohren findet hohe Bürger-Akzeptanz
Nur wenige Bewohner von Wiechs am Randen üben Kritik am Großprojekt Verenafohren. Der Bau läuft auf Hochtouren.
"Ich glaube, dass uns die Firma Solarcomlex etwas überrumpelt hat. Es wurden auch weit mehr Bäume abgeholzt, als vorher angekreuzt waren. Darüber sind schon etliche Dorfbewohner erschrocken", erklärt dagegen Gottfried Leichenauer-Bader. "Im Nachhinein hätten wir zwei bis drei Vertreter der Waldbesitzer bestimmen sollen, bevor wir alle schnell unsere Unterschrift gemacht haben",
 
Südkurier, 20. November 2016
Hunderte Besucher inspizieren Windpark
Riesiges Interesse herrschte beim Tag der offenen Baustelle auf den Verenafohren im Tengener Stadtteil Wiechs am Randen.
Den recht großen Abstand von etwa einem Kilometer zwischen den drei Windrädern erklärte Müller damit, dass die schiere Größe der Anlagen starken Windwiderstand böten, der zu solchen Windverwirbelungen und Turbulenzen führen könne, dass sich die Windanlagen bei zu großer Nähe möglicherweise gegenseitig im Betrieb stören würden. „Der Waldverbrauch beziehungsweise die gerodete Fläche für die Windkraftanlage beträgt für alle drei Windräder inklusive der verbreiterten Waldzufahrten 2,9 Hektar“, ergänzte Müller.
Südkurier, 2. März 2017
Windkraftanlagen Verenafohren: 70-Meter-Rotorblatt fast auf Abwegen
Beim spektakulären grenzüberschreitenden Transport nach Wiechs am Randen gibt es einen kurzen Schockmoment.
Die Südkurier-Bieldergalerie zeigt die Dimensionen dieser Windunsinnanlagen eindrücklich. .
Unser Kommentar:
  Diese Riesenanlagen bringen dem Klima überhaupt nichts. Wegen immer wiederkehrenden Dunkelflauten müssen im   Süden Baden-Würrtembergs neue Gaskraftwerke gebaut werden und bei guten Wind- und Sonnenverhältnissen die Rheinkraftwerke gedrosselt sowie zusätzlich noch Wind- und Solarstrom abgeregelt, also nicht produziert werden.
•  Die schönen Versprechen der Projektierer von zigtausend Menschen, die mit den Verenafohren-Windradgiganten versorgt werden können, sind leere Worte, ausser die vielen Menschen verzichten bei Windstille auf Strom.
  Die geplanten Nord-Süd-Stromtrassen nützen bei Dunkelflauten übehaupt nichts, weil es dann gar keinen Windstrom gibt, der von Nord nach Süd gebracht werden könnte.
Südkurier, 29. März 2017
Laster fährt gegen Windkraft-Flügel
Schäden an den Rotorblättern: Ein Vorfall am Zoll-Parkplatz macht eine teure Reparatur notwendig. Der Windpark Verenafohren in Wiechs am Randen soll jedoch im Zeitplan bleiben.
Südkurier, 19. Mai 2017
Ein Windpark schießt in die Höhe: Aufbau von drei Windrädern im Hegau
Die drei Windräder im Hegau werden 200 Meter hoch und Besucher staunen über den technischen Aufwand der Montage. Mehr als 80 Waldeigentümer unterstützen das Ökoenergie-Projekt.
In der Wochenendausgabe vom 19. Mai, im Zeitungsbund Weltspiegel, unter Leben und Wissen und damit in der Gesamtausgabe publiziert der Südkurier diese Reportage über den Windpark Verenafohren in komplett undiifferenzierer, unkritischer und blauäugier, grün-ideologischer Weise als heilsbringende Lösung für die sogenannte Energiewende.
 
Publiziert am 17. Juli 2017, Schaffhauser Nachrichten
Aus der Schweiz gab es damals Gegenwind
Der Windpark Verenafohren ist nun offiziell eröffnet - die Politik schwärmt von einem Vorzeigeprojekt. Die kritischen Stimmen sind aber nicht verschwunden.
von Thomas Günter und Luc Müller
Nun sind sie offiziell in Betrieb: die drei rund 200 Meter hohen Monsterwindräder der Windparkanlage Verenafohren. Diese steht im deutschen Tengen im Ortsteil Wiechs direkt im Schweizer Grenzgebiet zur Gemeinde Büttenhardt. Rückblick: Im Sommer 2016 begann der Spatenstich für die Windräder - nach rund dreijähriger Planung. Zur Betreibergesellschaft gehört auch das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen (EKS). Weiterlesen .....
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