Rot- und Schwarzmilan werden durch Windkraft gefährdet
Südkurier, 5. Dezember 2014
Gebremster Energiefluss: Pläne für Windkraftanlagen in Bonndorf liegen auf Eis
Bonndorf -  Schutz des Roten Milan hat Priorität. Investor Solarcomplex sieht aber positive Signale für Wärmenetz Bonndorf II
Badische Zeitung, 4. Dezember 2014
Roter Milan bremst Windkraft aus, Keine Genehmigung möglich.
Badische Zeitung, 3. Dezember 2014
Energiewende versus Naturschutz: Der Milan stört die Windkraft
Ausgerechnet bei der Windkraft hinkt die grün geführte Landesregierung den selbstgesetzten Zielen hinterher. Die jetzt vorgelegte Kartierung von geschützten Vögeln könnte den Ausbau zusätzlich bremsen.


 
Rot- und Schwarzmilan (Milvus milvus und Milvus migrans) sind besonders geschützte Arten. Europäische und deutsche Gesetzgebung garantieren dem Tier neben vielen anderen geschützten Arten umfassenden Schutz. Das für alle Mitgliedstaaten verbindliche Ziel der EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung aller wildlebenden Vogelarten, die in den Mitgliedsstaaten vorkommen. Ein zentrales Element dabei ist die Verpflichtung, "eine ausreichende Vielfalt und eine ausreichende Flächengröße an ungestörten Lebensräumen" für die europäischen Vogelarten zu erhalten oder wiederherzustellen.

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz hat deshalb
Verbreitungsdaten zu gemäss Gesetzgebung streng geschützten und windkraftempfindlichen Arten in Baden-Württemberg hier veröffentlicht.

8116 Bonndorf
8216 Stühlingen
Anzahl der Milan-Paare
die rechts gezeigten Ausschnitte für Bonndorf und Stühlingen aus diesen Karten belegen eindrücklich, was jeder Bewohner und jeder Wanderer der Alphochflächen um Mauchen, Bettmaringen, Wangen, Sparenberg und Wellendingen selbst beobachten kann:

ein Dichte-Zentrum des Milans,  welches Bauanträgen für Windräder keine Realisierungschancen lässt.

diese Worte benutzten die Verantwortlichen im Amt für Umweltschutz im Landratsamt Waldshut, Frau Waltraud Zimmermann und Herr Jörg Gantzer, als sie die Bauanträge der Firma Solarcomplex für 3 WKA's um Bonndorf-Wellendingen ablehnten.
Informationsbegehren nach LUIG
Wir haben am 11..Oktober 2014 beim Landratsamt in Waldshut ein Informationsbegehren nach § 3 Umweltinformationsgesetz (UIG) in Verbindung mit § 2 LUIG eingereicht, welches am 11. Februar 2015 mit nebenstehendem Kartenmaterial für den gesamten Landkreis von Frau W. Zimmermann beantwortet wurde.  Die Korrespondenz kann in nachfolgenden Links gelesen. werden.
Rot_Schwarz_Milan_Stuehlingen
Milan-WT
Pressartikel zum Thema
„Baden-Württemberg schießt den Vogel ab“
Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie in Deutschland mangelhaft
Berlin, 7. Juli 2015
In einem Brief an die Europäische Kommission hat die Bundesinitiative
VERNUNFTKRAFT. darauf hingewiesen, dass europäische Vorgaben
beim Vogelschutz in Deutschland nicht beachtet und unterlaufen
würden. Anlass ist die öffentliche Konsultation, die die europäische
Kommission derzeit durchführt, um sich über den „Fitnesszustand“ der
Umsetzung der Vogelschutz-Richtlinie sowie der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie
in den Mitgliedsländern zu informieren. Als Hauptursache
für die mangelhafte Umsetzung der europäischen Vorgaben in
Deutschland benennt die Bundesinitiative im Brief an Umweltkommissar
Karmenu Vella den ungehemmten Ausbau der Windkraft in
Deutschland, der auf Natur- und Vogelschutz keine Rücksicht nehme.
Auszug aus Seite 25 des Dokuments:
Für den Rotmilan (Milvus milvus) trägt das Land Baden-Württemberg eine besonders hohe Verantwortung, da etwa 17% des deutschen bzw. 10% des Weltbestands im Land brüten. Um der Notwendigkeit des Ausbaus der Windenergienutzung einerseits und dem Schutz der Art andererseits gerecht zu werden, wurde von der LUBW ein differenziertes Konzept für die Erteilung von Ausnahmen im Zusammenhang mit der Errichtung von Windenergielagen entwickelt. Dieses geht davon aus, dass die Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustands im Land möglich ist, wenn der Schutz der Quellpopulationen im Land (Gebiete mit hoher Siedlungsdichte, „Dichtezentren“) gewährleistet wird und dadurch Individuenverluste ausgeglichen werden, die außerhalb der Dichtezentren eintreten. In den Dichtezentren dürfen Ausnahmen vom Tötungsverbot nicht zugelassen werden. FCS-Maßnahmen sind innerhalb von Dichtezentren nicht möglich, da bei jedem Eingriff in einem Dichtezentrum unmittelbar populationsrelevante Verluste zu erwarten sind und daher eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes anzunehmen ist, der naturschutzfachlich nicht wirksam kompensiert werden kann. Außerhalb von Dichtezentren sind FCS-Maßnahmen nicht erforderlich, da dort die Tötung einzelner Individuen nicht zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustands der Population im Land führt. Ein Dichtezentrum liegt dann vor, wenn in einem Radius von 3,3 km um eine geplante WEA mindestens 4 Revierpaare vorkommen (Siedlungsdichte  >3 Revierpaare, vgl. Anhang, Kap. 9.17.1.).
Die unterstrichene Passage zur Tötung einzelner Individuen verletzt die EU-Vogelschutzrichtlinien !!

LUBW-Hinweise zur Bewertung und Vermeidung von Beeinträchtigungen von Vogelarten bei Bauleitplanung undGenehmigung für Windenergieanlagen vom 1. Juli 2015
Klick ins Bild: zur Google-Karte



Landtag von Baden-Württemberg
15. Wahlperiode

Drucksache 15/ 7150  09. 07. 2015
Antrag
der Abg. Paul Nemeth u. a. CDU
und
Stellungnahme
des Ministeriums für Umwelt, Klima und EnergiewirtschaftFachliche Ausarbeitung der Landesanstalt für Umwelt,
Messungen und Naturschutz (LUBW) zur Bestimmung
sogenannter „Dichtezentren“ für den Rotmilan und deren
Auswirkungen auf die Genehmigungsfähigkeit von Windenergieanlagen
Verbreitungsdaten der LUBW zu windkraftempfindlichen Arten in Baden-Württemberg
Die
Übersichtskarte der Rotmilan-Dichtezentren sind in nachfolgender Google-Karte mit der jeweiligen Anzahl der Rotmilan-Revierpaare pro TK25-Planquadrat abrufbar. Die Karte basiert auf den vom LUBW zur Verfügung gestellten Shape-Files.

In der Google-Karte kann gemäss dieser  Kurz-Anleitung nach einzelnen windkraftsensiblen Arten und wie in Google-Maps oder Google-Earth gewohnt, nach Strassen und Ortschaften, Flurnamen etc. Gesucht werden.
Umfrage_SK
Tierschutz oder Klimaschutz?
Windräder schonen das Klima nicht !!!


Die Umfrage des Südkurier (rechts ins Bild klicken) vom 26. August bietet die fixe Wahl: Tierschutz oder Klimaschutz. Diese Fragestellung ist grundlegend falsch. Siehe dazu das Schreiben von Dr. Nikolai Ziegler, Vernunftkraft.de an die Südkurier-Redaktion.
Lebensretter Rotmilan
Am 1. Dezember 2015 tagte der Regionalverband Hochrhein-Bodensee und traf eine verantwortungsvolle Entscheidung.
Mehr dazu unter Vernunftkraft.de, TFNP Stühlingen, und TFNP Regio.
8. Juli 2016
ROTMILAN VERSUS WINDRÄDER - KLARE VORGABEN DES BAYVGH FÜR DIE KÜNFTIGE RECHTSSPRECHUNG
In seinem Urteil vom 17.03.2016, Az. 22 B 14.1875 und 22 B 14.1876 fasst der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) die bisherige Rechtsprechung zur Problematik über das Vorkommen von Rotmilanen im Bereich von Windrädern zusammen und entwickelt sie positiv weiter. Das Urteil des BayVGH ist richtungsweisend und gibt klare rechtliche Vorgaben für die künftige Genehmigungspraxis in Bayern.
Windpark Adelberg: EnBW zieht Genehmigungsantrag zurück

Grün  macht´s tödlich wurde glücklicherweise und dank dem grossartigen Einsatz des Vereins Mensch Natur und der Adelberger Behörden diesmal nicht Wahrheit.

Die Einwendung gegen den EnBW-Antrag, die Pressemitteilung des Landratsamt Göppingen beleuchten die Grundlagen für diesen Entscheid.

Dieser und der Rückruf des EnBW-Genehmigunganstrag zeigen, dass die gesetzlichen Grundlagen zum Schutz des Rotmilans keine Ausnahmen erlauben.
25. Januar 2017
Kein Rotmilan-Schutz auf der Länge,
in Adelberg aber schon ???


Im Zusammenhang mit dem beim Landratsamt Göppingen laufenden immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren für den Windpark Adelberg hat das Regierungspräsidium Stuttgart dem Landratsamt mitgeteilt,
dass die Voraussetzungen für eine Ausnahme vom Tötungsverbot bezüglich des Rotmilans nicht vorliegen.

Laut den vom Landratsamt Schwarzwald-Baar ausgesprochenen Bewilligungen für die 13 WKA´s, für welche über 17 Hektaren Wald in einem vom LUBW kartierten Rotmilan-Dichtezentrum gerodet werden,  ist hier nur  für einzelne der 13 WEA eine "Raumnutzungsanalyse" der Flugbewegungen des Rotmilans gefordert. Diese Raumnutzungsanalyse soll von den Projektträgern, also den wirtschaftlich interessierten Firmen Solarcomplex und Green City Energy in Aufrag gegeben werden.
Wir fordern gleiche Behandlung für alle vom LUBW kartierten Rotmilan-Zentren.

Solarcomplex und Green City Energy müssen deshalb Antrag  auf artenschutzrechtliche Ausnahme gem. §45 Abs: 7 S. 1 Nr. 5 BNatSchG stellen.
ZDF Terra X Dokumentation vom 19. März 2017
Artenschutz und Windenergie  in direktem Konflikt

In Deutschland unterstützt der Tierfilmer Andreas Kieling Vogelforscher bei der Besenderung von Rotmilanen. 60 Prozent der Weltpopulation leben hier, doch die Greife benötigen weitaus mehr Platz, als die Betreiber von Windkraftanlagen ihnen zugestehen wollen. Die aktuellen Forschungsergebnisse über die Flugrouten der "Roten Drachen" bestätigen dies.

Sehenswerter Film mit Flugrouten von Milanen um Radolfzell, Bonndorf im Schwarzwald.

Die Schlussfolgerungen von Peter Berthold sind für uns leider nicht nachvollziehbar, Stühlingen ist ein ausgesprochenes Maisanbaugebiet mit 11 Biogasanlagen auf Gemeindegebiet und gleichzeitig eines der am dichtesten besiedelten Rotmilan-Zentren in Baden-Württemberg.
Badische Zeitung, 21. April 2017
Auf den Rotmilan-Flugverkehr kommt es an
Rotmilan und Windpark Hasel: Landratsamt Lörrach schließt beim Nachweis verstärkter Raumnutzung Konsequenzen nicht aus.
Inhaltlich ist dieser Artikel leider ohne klare Aussage, und ohne Bezug auf ZDF-Terra X-Forschungsergebnisse sowie ohne klare Linie gegenüber den vom Land gefällten Entscheiden in Adelberg, Bonndorf und Regionalverband Hochrhein-Bodensee.

Überraschungsangriff auf den Artenschutz: Bundestag soll Windkraftindustrie "Lizenz zum Töten" ausstellen

und hat das gestern abend leider auch per Abstimmung im Bundestag getan !!!

Mehr dazu in dieser Pressmitteilung von Vernunftkraft.de und im Protokoll des Bundestags vom 22. Juni, 21.50 Uhr sowie  bei der Deutschen Widltier Stiftung

Was das für die Verhinderung der 13 immissionsschutzrechtllich bewilligten Windmonster auf der Länge bedeutet, wird die Zukunft zeigen.
Am 22. Juni 2017 kam es im deutschen Bundestag zu einer Late Night Show mit traurigem Ergebnis. Der im Dezember 2016 erstmalig aufgetauchte Gesetzentwurf für eine Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes - VERNUNFTKRAFT. hatte sich in den Prozess eingebracht - wurde gegen 22:15 Uhr von wenigen Dutzend Personen zur beschlossenen Sache gemacht.

Klick ins Bild öffnet die Pressmitteilung.
Schwarzwälder Bote, 16. August 2017 Winterlingen
Geplante Windräder: Mehr Milane und Bussarde als gedacht
Winterlingen/Bitz - Dieses Gutachten könnte alles ändern: Die Expertin Marion Gschweng hat zwischen Winterlingen und Bitz, wo sieben 230 Meter hohe Windräder entstehen sollen, 16 Rot- und vier Schwarzmilanbrutpaare sowie zwei Wespenbussardpaare entdeckt.
"Das Gutachten bestätigt nicht nur unsere Auffassung, sondern übertrifft noch unsere Erwartungen", sagen Herbert Bitsch von der Interessengemeinschaft Fachberg Riedern und Walter Beck von der Bitzer Bürgerinitiative gegen Windkraft im Wald zwischen Winterlingen und Bitz.
Forum für regenerative Energien im Einklang mit Mensch und Natur
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