Ausfallarbeit, Negativpreise, EinsMan, Exportüberschuss
1.)
Aufgrund von fundamentalen Sätzen der mathematischen Statistik ist die summarische Einspeisung aus Windkraftanlagen in der Fläche von Deutschland prinzipiell nicht grundlastfähig. Der Ausbau der Windkraft in unserem Land kann und wird daran nichts Wesentliches ändern.
2.)
Die Leistungsspitzen werden durch den Ausbau der Windkraft weiter ansteigen und die bekannten Probleme der Überproduktion von nicht verwertbaren Strom mit Auswüchsen wie den sogenannten Negativpreisen an der Börse weiter verschärfen.
3.)

Es gibt keine großtechnisch verfügbare effiziente Speichertechnologie zur Nutzung der ansteigenden Leistungsspitzen, so dass das Stromnetz ohne Kraftwerke im Hintergrund nicht betrieben werden kann. Hierbei ist es völlig gleichgültig, ob diese mit Gas, Braun- oder Steinkohle betrieben werden. Der Ausstieg aus der Kernenergie erzwingt einen Ausbau der konventionellen Kraftwerke. Die mit der Stromproduktion verbundenen Kohlendioxid-Emissionen werden ansteigen und nicht sinken. (das Klima-Abkommen Paris lässt grüssen!)
Ausfallarbeit
ist der Verlust elektrischer Energie durch Maßnahmen des Einspeisemanagements (Abregelung). Ausführlicher nachzulesen unter https://www.energie-lexikon.info/ausfallarbeit.html'. Die trotz priviliegierter Netzeinspeisung abgeregelte Windstrom-Menge betrug gemäß Bundesnetzagentur  2014 1.221,5 Gwh. Im gleichen Zeitraum produzierte Baden-Württemberg 664,3 Gwh, also gut die Häflte des verlorenen Stroms. (siehe dazu auch unsere Kommentare zur Ablehnung der Petition 15-6536 durch den Landtag BW). Das EEG-Zahlenmaterial 2014, aus welchem nachfolgendes Bild stammt, kann hier angeschaut/heruntergeladen werden.
Dr. - Ing. Detlef Ahlborn schliesst seinen unter WINDKRAFT VERSUS WÜRFELN veröffentlichten Aufsatz mit folgendem Fazit:
Dr. Ahlborn´s Aufsatz wurde im März 2014 verfasst. Die nachfolgenden, aus Wissenschaftlichen Bundesstellen/Einrichtungen  stammenden Statistiken und Grafiken zu Ausfallarbeit, Negativpreisen, EinsMan-Eingriffen und Exportüberschüssen beweisen eindrücklich, wie richtig Dr. Ahlborn, Leiter Fachbereich Technologie und 2. Vorsitzender bei Vernunftkraft.de die katastrophale  Lage darstellt.

Auch die als Problemlösung propagierten  Nord-Süd-Stromautobahnen, weil
Müllförderbänder, werden nichts zur Lösung der Probleme beitragen.
Negativpreise
Agora Energiewende sagt auf ihrer Webseite, dass Negative Strompreise häufiger werden:
An der deutsch-französischen Strombörse EPEX kam es zwischen Dezember 2012 und Dezember 2013 an 97 Stunden zu negativen Strompreisen - mit der Folge, dass die Stromverbraucher rund 90 Millionen Euro mehr für die Förderung der Erneuerbaren Energien zahlen mussten.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE publiziert die Seite für interaktive Grafiken zur Stromproduktion und zu den Börsenstrompreisen in Deutschland ,aus welcher die nachfolgenden Angaben und Bilder stammen.

So wurden z.B. am 11. Mai 2014 gemäss nachfolgendem Bild während 10 Stunden Negativ-Preise gehandelt, mit einem höchsten Negativ-Preis von € 65.03 pro Mwh. Klick ins Bild öffnet die gesamte PDF-Präsentation des Fraunhofer_ISE. In dieser sind die Kommentare zu den Negativ-Preisen pro Monat/Woche durch Klick auf das Info-Signet abrufbar.
Einspeise-Management-Eingriffe (EinsMan)
Das Leipziger Institut für Energie GmbH stellt in seinem Wissenschaftlicher Bericht "Vorhaben IIe
Stromerzeugung aus Windenergie" im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie auf Seite 134 fest, dass es  2013 insgesamt 8.350 EinsM-Eingriffe an 285 Umspannwerken waren. Die gesamte Dauer der Abregelung belief sich auf 24.798 Stunden und es wurden insgesamt 522,47 GWh abgeregelt. 

Im einfachen Dreisatz übersetzt, heisst dies, dass im Jahr 2014 mit der Abregelung von 1221,5 Gwh 19.521 EinsM-Eingriffe notwendig waren und die Abregelung sich auf 57,976 Stunden belief.

Wir fragen uns welche Risiken die 19.521 EinsM-Eingriffe für die Netzstabilität bedeuten.
Mehr zum Einspeisemanagement kann hier nachgelesen werden.

Klick ins Bild unten öffnet den wissenschaftlichen Bericht des Leipziger Instututs.
Exportüberschüsse
Das FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR SOLARE ENERGIESYSTEME ISE stellt  in der Publikation "Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie im Jahr 2014"
u.a. fest:

Die Nettostromproduktion aus Kernkraftwerken betrug 91,8 TWh und lag damit nur geringfügig unter dem Vorjahresniveau von 92,1 TWh. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten zehn Jahre (2004 bis 2013) sank die Produktion um ca. 29%. Der Grund dafür liegt in der Abschaltung von acht Kernkraftwerken im Jahr 2011 aufgrund der Reaktorkatastrophe von
Fukushima.

Braunkohlekraftwerke
produzierten 140,9 TWh netto. Das sind 4,2 TWh bzw. 2,9% weniger als im Rekordjahr 2013. Die Produktion lag aber auf einem hohem Niveau und ca. 2,8% über dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre.

Gemeinsam produzierten Solar- und Windenergieanlagen 84,2 TWh. Sie liegen damit nur ca. 8% unter dem Niveau der Kernenergie von 91,8 TWh.

Im Jahr 2014 wurde voraussichtlich ein Exportüberschuss von über 34 TWh erzielt. Dieser Wert stellt einen neuen Rekord dar und liegt nochmals ca. 1% über auf dem Niveau des alten Rekordjahres 2013.

Die kaum vorhersehbare, nur sehr schwer planbare Einspeisung von PV- und Windstrom, welche vielfach unter 5% der installierten Leistung produziert führt zu Einsman-Eingriffen und Überschüssen.
ProdbySource2014
Export-Saldo2001-2014
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